über mich

Hier wird Licht gemalt. Und Unbehagen. Beides mit einer Konsequenz, die nicht zufällig wirkt – sondern wie das Ergebnis einer langen, stillen Auseinandersetzung mit dem, was Bilder eigentlich können. In Aquarell, Tusche und Acryl entsteht eine Kunst zwischen Welten: leuchtende Stadtgassen aus ungewohnter Perspektive, Eislandschaften kurz vor dem Tauen, ein flammend roter Abendhimmel über stillen Vorortdächern. Architektur und Natur werden zu Bühnen – präzise konstruiert, aber nie kühl. Was diese Bilder zusammenhält, ist kein Thema, sondern eine Haltung: die Überzeugung, dass Licht keine Dekoration ist, sondern Dramaturgie. Dass der Moment, in dem Schatten kippt, mehr erzählt als jede Erklärung. Die figurative Arbeit geht noch einen Schritt weiter. Expressive Porträts, deren Blick man nicht so leicht wieder loswird – in Magenta und Violett getaucht, in Türkis und Rot zerlegt. Keine Schmeichelei, keine psychologisierende Distanz. Stattdessen: Farbe als Sezierwerkzeug. Der Pinselstrich bleibt sichtbar, weil er sichtbar bleiben soll. Die Emotion auch. Diese Porträts interessieren sich nicht für Schönheit im üblichen Sinne – sie suchen etwas Hartnäckigeres: Präsenz. Die Fähigkeit eines Gesichts, zurückzublicken. Die Arbeiten zeigen, dass hinter dem Expressiven eine genaue Beobachtung steckt. Dass die Geste nicht Kontrolle ersetzt, sondern aus ihr hervorgeht. Die Illustratorin gibt Malkurse – und wer ihr Werk kennt, versteht, was sie dabei weitergeben kann: nicht Technik allein, sondern eine Art zu sehen. Eine Haltung, die Beobachtung nicht mit Distanz verwechselt und Präzision nicht mit Kälte.